Rund ums Forum

+ Neuanmeldung
+ Impressum / Kontakt
+ Datenschutzerklärung
+ Bedienung des Forums
+ Bild einfügen
+ Neueste Beiträge


Features

+ Bilder-Galerie
+ /8-KnowHow


Links zu Mercedes-Benz

+ MB Ersatzteilportal incl. Bilder + Preis
+ MB Betriebsstoff-Vorschriften


Wichtige /8-Links

+ Baureihenübersicht Serie 1 - Serie 2
+ Serienunterschiede

Das Mercedes-Benz /8 Forum

Mercedes Benz /8


Willkommen im Mercedes-Benz /8 Forum.
Hier dreht sich alles rund um die Baureihe W114/115.
/8 Kaufberatung

/8-KnowHow - geballtes Wissen
Stellt hier Eure Restaurationen und Projekte vor - und lasst Bilder sprechen!
Geschütztes Forum - nur registrierte Stammposter können Beiträge schreiben 
Hallo Besucher!
Seiten: vorherige Seite123
Aktuelle Seite: 3 von 3
Re: Instandsetzung 220(D)/8 Serie 0.5
geschrieben von: Bruchpilot (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15. September 2025 21:38

So, und weiter geht's am Blech.
Irgendwie nicht so leicht mit dem Schreiben hinterher zu kommen grins

Hier noch mal im Detail das heraus getrennte Teil:
https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14076

Der Linke Teil, die Kontur des Radhauses zum Schwellerkopf hin ist eine einfach gekrümmte Fläche, während der rechte Teil im Bild sphärisch, also um zwei Achsen gekrümmt ist. Hier überlagert sich zum vorherigen Radius noch eine Krümmung 90° dazu. Und zu allem Überfluss verläuft der Knick, der beide Bereiche ineinander übergehen lässt folglich entlang eines Radius.

Aber wie es so ist, die Fähigkeiten wachsen mit den Herausforderungen. Vorgehen:

1. Schablone anfertigen
2. Blech zuschneiden
3. Knick ausformen, erst gerade und dann so dengeln dass sich der Knick wie gewünscht krümmt.
4. Kümmung zum Schwellerende mit der zuvor abgenommenen Kontur vergleichen und nacharbeiten bis es passt.
5. Die sphärische Krümmung ins Blech treiben und beide Krümmungen wieder mit der zuvor abgenommenen Kontur prüfen und so lange nacharbeiten bis es passt.
6. Falz umlegen der zum Kotflügel hin zeigt (hab dafür ein Hilfswerkzeug aus Holz verwendet, an das ich das Blech geschraubt habe)
7. Alle Krümmungen prüfen und ggf. nacharbeiten.
8. Löcher zu schweißen
9. final anpassen an Karosserie
10. einschweißen und freuen tanzen

So schaut das dann aus:
https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14077

zwischendurch immer wieder schauen wie es sitzt:
https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14081

und dann links im Bild das fertige Reparaturblech. Rechts kann man einen Teil der mehrschichtigen Blechlagen erkennen mit denen der Bereich schon mal geflickt wurde:
https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14080

Das einschweißen selbst geht am schnellsten...schweissen
https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14082

Dann noch außen die Schweißnaht verputzt, innen hab ich's nur sauber gemacht:
https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14083

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14084

Damit ist nun die vordere Bezugskante wieder rekonstruiert, an der später Bodenblech und Innenschweller enden werden.
Wie auch auf dem vorigen Bild zu sehen, habe ich den unteren Teil vom Innenblech an der A-Säule ebenfalls noch heraus getrennt, um den darunter liegenden Rost behandeln zu können. Das hat deutlich länger gedauert als erst gedacht, dafür ist die A-Säule nun auch innen wieder rostfrei, zumindest im oberen Teil und damit ist sicher gestellt, dass der neue Innenschweller nicht in diesen Bereichen dann doch gleich wieder mit Gammeln anfängt Keule. An diesen Stellen zahlt sich etwas mehr Mühe im Detail aus. Das Zwischenergebnis:

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14085

Im nächsten Schritt gilt es nun das Blech entlang der A-Säule bis zur Spitzwand herzustellen, das im Bereich des Schwellerkopfes mit dem Außenschweller verschweißt ist. Mit diesem Blech wird dann die linke Bezugs- und Anlegekante für den Innenschweller wiederhergestellt.

...

Re: Instandsetzung 220(D)/8 Serie 0.5
geschrieben von: Bruchpilot (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15. September 2025 21:41

Weizengelb schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Andre
>
> Alles sehr Erkennbar, da waren wir alle schon mal
> smile
>
> Saubere Arbeit, danke fuer das teilen.
>
> Gruesse Math


Hallo Math,
danke für deine Worte. Mich würde ja mal interessieren, wie es bei anderen gemacht wurde, gerade am vorderen Ende vom Schweller. Denn hier kommen ja echt viele Bleche zusammen. Hast du, oder jemand anderes vielleicht Bilder wie es dort im Originalen Zustand aussieht?
Das würde mir sehr helfen wenn es dann an den Innenschweller geht!

Beste Grüße
André

Re: Instandsetzung 220(D)/8 Serie 0.5
geschrieben von: Bruchpilot (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15. September 2025 23:14

...

und wieder gleiches Vorgehen: Schablone aus Pappe, Blech anfertigen, anpassen, anpassen, ..., anpassen und einschweißen.

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14087
Das Bild zeigt, wie aus den nach und nach heraus getrennten Blechschnipseln eine Schablone entsteht die dann aufs Blech übertragen werden kann. Aber der Reihe nach.

Diesmal bestand die Herausforderung aus einer einseitig auslaufenden "Tasche" die in das Blech beim Tiefziehen geprägt wurde. In dieser Tasche sitzt diese schwarze, faserige Dämm-Matte, die sich links neben dem Pedal der Fußfeststellbremse befindet. Im vorigen Beitrag ist diese noch zu erkennen und ich nehme eines mal vorweg: ich hätte gleich zu Beginn die Dämmung entfernen sollen, denn 2mm über meinem Schnitt endete das Langloch welches Zugang zum unteren Türscharnier gibt Nix sehen. Später musste ich das Blech da noch anpassen, aber dazu später mehr.

Zuallererst galt es diese Tasche ins Blech zu treiben. Und nein, das ist das erste mal dass ich so ein Blech bauen muß, genauso auch wie das Blech davor. Ich hab dann versucht mir aus alten Holzteilen ein Werkzeug zu bauen, mit dem ich dann die Form ins Blech drücken wollte um so die Tasche nach zu bauen. Nach einigen Versuchen habe ich die große Schraubzwinge durch einen Hammer ersetzt und direkt auf mein 4-Kant-Rohr eingedroschen, welches als Stempel fungieren sollte. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Aber auch erst, nachdem ich das Blech nicht mehr an zwei, sondern nur an einer Kante fest eingespannt hatte. Auf der Stirnseite habe ich dazu das Blech nur noch mit Schrauben fixiert statt der vorigen flächigen Klemmung.

Zunächst hatte die Tasche aber keine schönen scharfen kanten sondern eher mäßige Radien. Auch war die Tasche zu tief geraten. Blech kann man echt schön treiben. Und so konnte ich die Tasche zurück dengeln und mit Hilfe eines Fäustels (aus dem Nachlass meines Großvaters, der vermutlich damit auch schon damals an seinem /8 gearbeitet hat) und einem im Schraubstock eingespannten Stahlstücks, welches als Amboss diente, die Kanten der Tasche bearbeiten. Dabei habe ich mit einem Gummihammer auf den Fäustel geschlagen, das Blech hatte ich mit Grippzangen am "Amboss" befestigt.
Das Vorgehen kann ich sehr empfehlen, aber seht selbst:

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14088

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14089

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14090

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14091

Nachdem das schwierigste geschafft war, habe ich die Schablone aufs Blech übertragen und das Blech grob zugeschnitten. Es folgte eine gefühlte Ewigkeit mit Blech probehalber fixieren, markieren wo Material entfernt werden muß, zuschneiden, probehalber fixieren, markieren, ... usw. usw.

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14092

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14093

Dann entdeckte ich den besagten Zugang zum Türscharnier, weshalb das Blech dann wegen der notwendigen Überlappung etwas modifiziert wurde:

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14094

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14095

Dann noch etwas Rostschutz an den Stellen wo man später nicht mehr gut hinkommt, Blech in Position bringen und Einschweißenschweissen.

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14096

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14097

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14098

lechz Dann noch gegen Korrosion schützen, auch von außen bis dort weiter gemacht wird.

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14099

https://www.strichacht-forum.de/file.php?0,file=14100
Damit sind nun die vordere und seitliche Bezugs- bzw Anlegekante für den Innenschweller wieder rekonstruiert.hüpf-freu

Wen es interessiert, vielleicht noch ein Kommentar zur Lochschweißung und warum ich das da so gemacht habe:
Das letzte Blech macht aus einem U-Profil der A-Säule einen geschlossen Kasten. An der unteren Kante wird die A-Säule dann mit einer durchgehenden Naht mit dem Innenschweller verschweißt. Das ist wichtig, denn dieser Kontenpunkt ist für den Lastpfad nicht ganz unerheblich, insbesondere für die Steifigkeit der Fahrgastzelle in diesem Bereich. Aus dem Grund ist das Blech im Bereich der A-Säule nicht stumpf auf Stoß verschweißt.

Viele Grüße
André



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.09.25 23:20.

Re: Instandsetzung 220(D)/8 Serie 0.5
geschrieben von: Knut (IP-Adresse bekannt)
Datum: 16. September 2025 00:32

Lieber André,

also erstmal, Hut ab, Kniefall und absolute Bewunderung, wie und was Du da so alles schaffst!respekt

Ja, ein Serie 0,5, natürlich ist der erhaltungswürdig!Danke



Andererseits kommt mir der Gedanke:


Warum machst Du das Ganze nicht gleich mit einem Flügeltürer, Ferrari oder einer Focke-Wulf, (you name it),

die zehn Jahre lang im Ententeich standen?Idee



(Dann hättest Du bei einem eventuellen Verkauf wenigstens den Schwellerzwinker zum Deutschen Mindestlohn überschritten...Deal)


Ich ahne es schon: Du übst noch und machst es aus Liebe.

Aus genau diesem Grund hat Van Gogh erst posthum Geld verdient.

Lass' das Ohr dran, mach weiter so, Du bist einfach genial!!!cool


Alles Liebe,

0=*=0

Knut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.09.25 00:39.

Re: Instandsetzung 220(D)/8 Serie 0.5
geschrieben von: Gullideggl (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09. Oktober 2025 08:03

Mir gefällt die Arbeit auch super gut und ich kann nur staunen.

ABER ich muss hier ganz klar warnen: nicht verzetteln!
Die Fuhre wird nur dann nennenswert mehr Wert haben, wenn du überall so akribisch vorgehst. Das dauert ewig.
Weitere fette Rostnester warten darauf, entdeckt zu werden.

Ich habe meinen /8 letztens recht günstig verkauft, nach ca. 15 Jahren. Hätte ich gleich von Anfang an vieles lockerer gesehen, dann hätte ich mir viel Arbeit erspart und hätte mit Sicherheit die gleiche Freude am Auto gehabt. Das Auto blieb sowieso die ganze Zeit über eine fahrende Baustelle und je lockerer ich es sah, desto mehr Freude hatte ich an dem Wagen.

Meine anfängliche Bastel-Euphorie ist irgendwann umgeschlagen in "ich will fertig werden" und mittlerweile bereitet mir das Autoschrauben und Schweißen ganz genau gar keine Freude mehr. Ich bin dann das nie fertige Auto (das trotzdem gut aussah) jahrelang so gefahren und habe hald die fürs Fahren relevante Technik durchrepariert.
Jetzt hat ein gerne schraubender junger Kerl Anfang 20 das Auto und hat mit Sicherheit noch viel Freude daran, denn die Technik ist gut und er ist wohl schmerzbefreit genug für so ein Auto und hat noch mehr Motivation als ich top

Jedenfalls immer dran denken: auch ohne Perfektion kann man mit technisch sehr gutem Ergebnis schweißen, mit dem Unterschied, dass das dann zigfach schneller geht. Das Auto wird den Mehraufwand nicht danken.
Die Energie, die du für die Arbeit hast ist jedenfalls klasse und bewundernswert! Teile sie dir gut ein, dann fährst du vielleicht bald /8-Fahrer

Grüßle Jo

--> Chilldieselfahrer

Seiten: vorherige Seite123
Aktuelle Seite: 3 von 3


/8-Forum is powered by Phorum.