Datum: 15. September 2025 23:14
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und wieder gleiches Vorgehen: Schablone aus Pappe, Blech anfertigen, anpassen, anpassen, ..., anpassen und einschweißen.
Das Bild zeigt, wie aus den nach und nach heraus getrennten Blechschnipseln eine Schablone entsteht die dann aufs Blech übertragen werden kann. Aber der Reihe nach.
Diesmal bestand die Herausforderung aus einer einseitig auslaufenden "Tasche" die in das Blech beim Tiefziehen geprägt wurde. In dieser Tasche sitzt diese schwarze, faserige Dämm-Matte, die sich links neben dem Pedal der Fußfeststellbremse befindet. Im vorigen Beitrag ist diese noch zu erkennen und ich nehme eines mal vorweg: ich hätte gleich zu Beginn die Dämmung entfernen sollen, denn 2mm über meinem Schnitt endete das Langloch welches Zugang zum unteren Türscharnier gibt

. Später musste ich das Blech da noch anpassen, aber dazu später mehr.
Zuallererst galt es diese Tasche ins Blech zu treiben. Und nein, das ist das erste mal dass ich so ein Blech bauen muß, genauso auch wie das Blech davor. Ich hab dann versucht mir aus alten Holzteilen ein Werkzeug zu bauen, mit dem ich dann die Form ins Blech drücken wollte um so die Tasche nach zu bauen. Nach einigen Versuchen habe ich die große Schraubzwinge durch einen Hammer ersetzt und direkt auf mein 4-Kant-Rohr eingedroschen, welches als Stempel fungieren sollte. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Aber auch erst, nachdem ich das Blech nicht mehr an zwei, sondern nur an einer Kante fest eingespannt hatte. Auf der Stirnseite habe ich dazu das Blech nur noch mit Schrauben fixiert statt der vorigen flächigen Klemmung.
Zunächst hatte die Tasche aber keine schönen scharfen kanten sondern eher mäßige Radien. Auch war die Tasche zu tief geraten. Blech kann man echt schön treiben. Und so konnte ich die Tasche zurück dengeln und mit Hilfe eines Fäustels (aus dem Nachlass meines Großvaters, der vermutlich damit auch schon damals an seinem /8 gearbeitet hat) und einem im Schraubstock eingespannten Stahlstücks, welches als Amboss diente, die Kanten der Tasche bearbeiten. Dabei habe ich mit einem Gummihammer auf den Fäustel geschlagen, das Blech hatte ich mit Grippzangen am "Amboss" befestigt.
Das Vorgehen kann ich sehr empfehlen, aber seht selbst:
Nachdem das schwierigste geschafft war, habe ich die Schablone aufs Blech übertragen und das Blech grob zugeschnitten. Es folgte eine gefühlte Ewigkeit mit Blech probehalber fixieren, markieren wo Material entfernt werden muß, zuschneiden, probehalber fixieren, markieren, ... usw. usw.
Dann entdeckte ich den besagten Zugang zum Türscharnier, weshalb das Blech dann wegen der notwendigen Überlappung etwas modifiziert wurde:
Dann noch etwas Rostschutz an den Stellen wo man später nicht mehr gut hinkommt, Blech in Position bringen und Einschweißen

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Dann noch gegen Korrosion schützen, auch von außen bis dort weiter gemacht wird.
Damit sind nun die vordere und seitliche Bezugs- bzw Anlegekante für den Innenschweller wieder rekonstruiert.
Wen es interessiert, vielleicht noch ein Kommentar zur Lochschweißung und warum ich das da so gemacht habe:
Das letzte Blech macht aus einem U-Profil der A-Säule einen geschlossen Kasten. An der unteren Kante wird die A-Säule dann mit einer durchgehenden Naht mit dem Innenschweller verschweißt. Das ist wichtig, denn dieser Kontenpunkt ist für den Lastpfad nicht ganz unerheblich, insbesondere für die Steifigkeit der Fahrgastzelle in diesem Bereich. Aus dem Grund ist das Blech im Bereich der A-Säule nicht stumpf auf Stoß verschweißt.
Viele Grüße
André
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.09.25 23:20.