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Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Thorsten Lange (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29. Januar 2025 14:48

Ich besitze zur Zeit zwei Strichacht, einen Zweiliter und einen Dreiliter, beides Diesel. Den Dreiliter besitze ich seit 1980, er ist mein erstes Auto. Den Zweiliter habe ich erst seit 1996, damals angekauft als Winterauto, um den guten Dreiliter zu schonen. Nach einer größeren Schweißorgie 2003 musste ich aber feststellen:

1. Reparaturbleche gibt es nicht mehr beim Händler um die Ecke.
2. Das Schweißen auf dem kaltfeuchten Hallenboden geht mir auch nicht mehr so locker von der Hand wie mit 20.

Nach dieser Erkenntnis wanderte auch den Zweiliter in den Sommerauto-Fundus.

Beide Autos habe ich nie wirklich restauriert, sondern immer nur repariert, das aber fast beliebig aufwendig. Ich mag Patina ohne Rost und mit zuverlässig funktionierender Technik. Alle Reparaturen im Verlauf von fast 45 Jahren an beiden Autos zu beschreiben, sprengt natürlich hier völlig den Rahmen, deswegen möchte ich mich hier auf ein aktuelles Projekt beschränken:

Der Dreiliter hatte ursprünglich eine Anhängerkupplung, eine Oris E65 wie ich heute weiß. Ursprünglich, denn 1987 war sie durchgerostet und Anhängerkupplungen darf man nicht schweißen.

Früher habe ich sie fast nie gebraucht, deswegen empfand ich das nicht als Verlust. Aber mittlerweile, wenn auch immer noch nicht oft, kam doch vor gut drei Jahren der Wunsch auf, wieder eine Anhängerkupplung zu besitzen.

Der Dreiliter kam dafür aber nicht mehr infrage: Der besaß mittlerweile ein Fünfganggetriebe, das schon zweimal nur 40.000km nach Überholung zerfallen war, mit Anhänger würde das erst recht nicht halten. Also der Zweiliter.

Im folgenden möchte ich beschreiben, wie ich dabei für eine möglichst dauerhafte Lösung vorgegangen bin. Sicherlich führen da mehrere Wege nach Rom und weil ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen habe, freue ich mich auch, wenn mich jemand darauf hinweist, sollte ich irgendwo einen Fehler begangen haben oder etwas besser machen können.

Meines Wissens sind in Deutschland am Strichacht drei Anhängerkupplungen am Strichacht zugelassen:

1. Eine von Oris, die Y-förmig unter dem Tank verläuft.
2. Die E65 von Oris, deren beide Unterzüge neben dem Tank verlaufen.
3. Eine von Westfalia.

Möglicherweise gibt es noch weitere, aber die kenne ich nicht. Ist aber auch egal: Denn ich wollte eine, die Mercedes seinerzeit original lieferte bzw. einbaute, damit schied die Westfalia-Kupplung aus, obwohl sie eigentlich im Ruf steht, länger zu halten, denn Mercedes lieferte nur Oris-Kupplungen. Die Y-Förmige Kupplung aber müsste man jedesmal ausbauen, wenn man den Tank ausbauen wollte, das fand ich unschön, außerdem ist die E65 grundsätzlich wohl belastbarer. Also fiel meine Wahl auf die E65.

Die gibt es natürlich nur noch gebraucht, bei der Auswahl muss man darauf achten, ein noch nicht durchgerostetes Exemplar mit noch hinreichend dicker Kugel und allen Anbauteilen zu bekommen: Ist die Kugel zu weit abgenutzt oder die AHK durchgerostet, ist sie Schrott, der nicht mehr benutzt werden darf.

Anschließend war die Aufgabe, die AHK so zu konvervieren, dass sie möglichst lange hält. Also habe ich das Gestänge erstmal von Außen mit der Flex behandelt, dann Fertan gepinselt, nach einer Stunde mit Wasser aus einer Blumenspritze besprüht und nach 24 Stunden alles mit einem feuchten Lappen abgerubbelt. Danach kamen zwei oder drei Schichten Rostegal, diese Grundierung ist wirklich gut gegen Rost, braucht aber ewig zum Trocknen und lässt sich nur mit Kunstharz überlackieren. Anschließend noch zwei Schichten schwarzer Lack, damit war ich außen fertig.

Erfahrungsgemäß rosten die rechteckigen Rohre der AHK aber nicht von außen, sondern von innen durch, also entfernte ich die Kunststoffstopfen an ihren Ende und flutete das Innere mit Mike Sanders Korrosionsschutzfett.

Solcherart vorbereitet befestigte ich die Kupplung nach Anbauanleitung unter dem Wagenboden, zum Glück waren alle Anbauteile mit dabei. Die etwas abgenutzten Schrauben ersetzte ich, dabei achtete ich darauf, wieder Schrauben mit den Original-Festigkeiten zu bekommen.

Nun die Elektrik: Ich hatte keinen vollständigen Kabelbaum bekommen, sondern nur einen zerschnittenen, bei genauerer Betrachtung stammten die Teile aus verschiedenen Kabelbäumen, die Kabelfarben waren unterschiedlich.

Also behielt ich von dem ganzen Gemurkse nur die beiden Zwischenstecker für die Rückleuchten, besorgte eine neue siebenpolige Anhängersteckdose, Kabel und Bougierrohr. Steckerbelegungen aus dem Internet ermöglichten es dann, alles richtig miteinander zu verdrahten, wobei ich mich mit den Kabelfarben an einer der beiden Versionen meines zerschnittenen Kabelbaumes orientierte. Die Steckerstifte der Zwischenstecker an den beiden Rückleuchten werden dabei gelötet, für die geschraubten Anschlüsse der neuen siebenpoligen Steckdose benutzte ich Aderendhülsen mit entsprechnder Zange.

Natürlich hätte ich anstelle der antiquierten siebenpoligen Steckdose auch eine moderne 13-polige benutzen können, ich verdrahtete ja eh alles neu. Für mich war ausschlaggebend weder der Mehraufwand beim Verdrahten, noch das für das dann etwas dickere Kabelbündel möglicherweise etwas dickere Loch im Heck für die Durchführung, sondern einzig die Tatsache, dass siebenpolig eben original ist und man notfalls per Adapter ja auch jederzeit 13-polige Hänger anschließen kann. Dann funktionieren allerdings weder Nebelschlussleuchte noch Rückfahrscheinwerfer, aber ersteres habe ich sowieso nicht.

Danach fehlte nur noch eines: Laut Vorschrift muss nämlich die Funktion aller Blinkerbirnen während der Fahrt überprüfbar sein. Deswegen geht der Blinker, wenn nur noch eine Birne auf der betreffenden Seite brennt, deutlich schneller. Mit dem Anhänger kommt aber auf jeder Seite noch eine Blinkerbirne hinzu und die überwacht das Standard-Blinkrelais leider nicht.

Blinkrelais kenne ich drei verschiedene am Strichacht:

1. WAG 10 von SWF im schwarzen Kunststoffgehäuse, sechspolig.
2. ein sechspoliges Bosch-Relais mit schwarzem Kunststoffgrundkörper und silberfarbener Aluhaube.
3. ein achtpoliges Bosch-Relais, das sich optisch vom sechspoligen nur durch zwei Steckerstifte mehr unterscheidet. Die beiden zusätzlichen Pole lassen sich mit einem zweipoligen Stecker (den man natürlich auch erstmal haben muss) an ein Lämpchen anschließen. Zu diesem Lämpchen und seiner Position gibt es übrigens bereits zwei umfangreiche Threads hier: [www.strichacht-forum.de] und hier: [www.strichacht-forum.de] .

Von diesen drei Relais-Varianten sind 1. und 2. gegeneinander austauschbar, 1. gilt als deutlich langlebiger, leider brauchen wir für die AHK 3., dessen Innenleben im Grunde das von 2. ist, lediglich um einige Bauteile ergänzt und damit potentiell noch unzuverlässiger.

Die dort angeschlossene Lampe blinkt nämlich dauerhaft nur mit, wenn mindestens drei 21W-Watt-Birnen betrieben werden, also ohne Anhänger nur beim Warnblinken, mit Anhänger immer. Außerdem blinkt diese Anzeige auch auch ohne Anhänger meist beim ersten Blinken eines Blinkvorgangs mit: Dann sind die Birnen noch kalt, ihr höherer Strom täuscht täuscht dann eine dritte Birne vor, die nicht da ist, das ist also normal und braucht uns nicht zu beunruhigen.

Auch dieses Blinkrelais gibt es nur noch gebraucht, das Lämpchen montierte ich ohne viel Federlesens daneben in die bei mir ohnehin arg zerlöcherte Blende der Mittelkonsole, da hatte ich sie bisher bei anderen Fahrzeugen immer gesehen, dort hatte sie auch bei meiner ersten AHK gesteckt.

Im Rahmen umfangreicher Arbeiten habe ich nun einige mittlerweile überflüssige Bedienelemente entfernt. Damit starrten mich leere Löcher in der Blende der Mittelkonsole an. Zum Glück gab es die, wenn auch zu ansehnlichem Preise, gerade als Nachfertigung zu kaufen, also bestellte ich flugs eine. Angesichts des hohen Preises wollte ich jetzt aber dort nur "die richtigen" Löcher hineinbohren. Also erfragte ich in einem der beiden obigen Threads die richtige Lampe und ihre richtige Position. Zu meiner Überraschung kristallisierte sich letztendlich heraus, dass die Lampe ins Armaturenbrett gehört: Dort, 110mm rechts vom Lichtschalter und auf gleicher Höhe ist in das auf der Rückseite des Armaturenbretts eingeschäumte Blech bereits eine genau passende Aussparung eingelassen mit 18mm Durchmesser. Im gleichen Thread ist auch angegeben, wo man eine neue, täuschend ähnliche Lampe bekommt.

An die vorgegebene Position kommt man von unten überhaupt nicht, dort ist alles zugebaut. Baut man aber die Armaturentafel aus, kann man die Position einigermaßen erreichen und mit einem Spiegel sogar sehen. Damit besitze ich nach fast 45 Jahren Strichacht erstmals eine Anhängerkupplung mit der zweiten Blinkerkontrollleuchte an der richtigen Stelle.

Wenn denn die original von Mercedes vorgesehene Position wirklich die richtige ist -- manch einer mag das anders als ich entscheiden: Die Position im Armaturenbrett ist aus meiner Sicht zwar besser sichtbar, dafür kostet der Einbau dort ein wenig mehr Arbeit, mehr Kabel (das ich auch wieder mit Bougierrohr umhüllt habe) und ist im Bedarfsfall längst nicht so einfach rückrüstbar wie an der häufiger genutzten Position in der Mittelkonsole.

Noch ein Wort -- oder besser ein paar mehr -- zu den Blinkrelais: Das erste hielt nur eine Saison, dann ging das Blinken stets nach ein paar Sekunden in Dauerlicht über. Daraufhin kaufte ich für 80€ gebrauchten Ersatz, doppelt sogar. Die erste davon hielt nicht einmal die Saison durch, dann leuchtete die neue Kontrollleuchte für drei Birnen auch bei nur zweien. Wenn man sehr vorsichtig -- die Aluhaube verformen sich dabei, man hat also nur wenige Versuche -- und bei herausgezogenem Schalter(!) die Aluhaube abnimmt, findet man eine kleine Platine, die an einer Seite in acht Federkontakten läuft und beim schalten hin- und hergezogen wird. Auf der Platine befinden sich außer den Schaltkontakten mehrere Elektrolytkondensatoren ("Elkos"), Widerstände, Dioden und Transistoren.

Bei den von mir gefundenen Fehlern ging ich davon aus, dass an den Kontakten durch Alterung/Oxidation erhöhte Kontaktwiderstände und damit fehlerhaft Spannungsabfälle entstanden waren, die zu der Fehlfunktion führten. Da außerdem beide Relais relativ schnell blinkten, vermutete ich, dass auch die Elkos bereits anfingen, auszutrocknen.

Also habe ich für alle Elkos Ersatz besorgt und eingelötet. Dabei muss man aufpassen, denn das Platinenmaterial ist noch Pertinax, das übersteht nur wenige Lötvorgänge, bis die Leiterbahnen beginnen, sich abzulösen, auch die Löttemperatur ist kritisch, es empfiehlt sich eine temperaturgeregelte Lötstation.

Außerdem habe ich die Kontakte überarbeitet. Dafür benutze ich ein Gerät, das wahlweise als Glasradierer, Glasfaserradierer, Glasfaserstift oder Rostradierer verkauft wird, aber Vorsicht: Unter den Namen Glasfaserstift und Rostradierer erhält man auch andere Produkte. Hier geht es um eine Art etwas dickeren Kugelschreiber, der anstelle der Mine ein auswechselbares Bündel von Glasfasern mit einem Durchmesser von etwa 4mm enthält, mit dem sich angelaufene Kontakte wunderbar polieren und reinigen lassen.

Bei einem der beiden geöffneten Relais, offenbar dem neueren, waren die Schaltkontakte, -federn wie -flächen, mit einer Paste bedeckt, die ich als Kontaktfett erkannte. Offenbar hatte Bosch im Laufe der Zeit bemerkt, dass die Kontakte eine Schwachstelle der Konstruktion waren, und versucht, mit dem Kontaktfett die Kontakte vor mechanischem Verschleiß und Oxidation zu schützen. Die Idee gefiel mir. Allerdings muss man aufpassen: Kontaktfett ist im Gegensatz zum isolierenden Polfett, das man früher für Batteriepole benutzte, nicht isolierend, sondern leitend. Eine Bezeichnung "Batterie- und Polfett" ist also in jedem Fall irreführend, wir brauchen das leitende Zeug. Sobald das Fett da ist, kann ich die Relais wieder zusammenbauen, ausprobiert habe ich sie vorsichtshalber bereits im zerlegten Zustand, um das Aluminium der Haube nicht unnötig oft zu biegen. Zukünftig habe ich also von den kurzlebigen Relais bei Defekten zwei in petto, mal sehen, wie lange die frisch reparierten halten.

Übrigens stelle ich generell fest, dass ich in den letzten Jahren zunehmend dazu übergehe, defekte Teile zu reparieren, statt sie einfach auszutauschen, bei unseren Autos geht das ja oftmals noch.

Re: Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Thorsten Lange (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29. Januar 2025 18:24

Kleiner Nachtrag noch zu den Blinkrelais:

Die Kontaktfedern sind mit den nach außen gehenden Kontaktstiften innen vernietet. Natürlich könnte diese Verbindung im Laufe der Zeit auch hochohmiger werden. Also habe ich dort blankgekratzt und die Stifte mit den Federn verlötet.

Noch ein Wort zur Fehleranalyse: Da habe ich es mir einfach gemacht, die Bauteile kosten ja alle nur wenig. Da beide Relais zeitweise funktionierten, ging ich davon aus, dass die Halbleiter (Dioden und Transistoren) noch funktionierten. Widerstände gehen eigentlich fast nur kaputt, wenn man ihre Drähte zu nach am Körper abbiegt, dann platzt die Lackschicht um die Anschlussdrähte direkt am Körper kaputt, der Widerstand ist nicht mehr gasdicht und korrodiert allmählich. Das sollte aber bei professioneller Herstellung eigentlich nicht passieren, daher habe ich mich um die Widerstände nicht gekümmert. Über Widerstände und Halbleiter hinaus befindet sich auf der Platine nur ein Relais. Dessen Kontakte könnten grundsätzlich klebenbleiben und so das von mir beobachtete Dauerleuchten verursachen -- aber solch ein Kleben, quasi ein Miniaturverschweißen, wäre nicht dadurch beendet, dass ich den Blinker aus- und wieder einschalte, genau das hatte ich aber beobachtet, also lag der Effekt auch an der Elektronik, nicht am Relais.

Re: Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Thorsten Lange (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30. Januar 2025 13:43

In meiner Aufzählung fehlt die Anhängerkupplung Peka R 85A ebenfalls mit geraden Unterzügen und abnehmbaren Kugelkopf.

Re: Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Bruchpilot (IP-Adresse bekannt)
Datum: 06. Februar 2025 23:56

Hallo Thorsten,

sehr ausführliche Beschreibung.
Was mir dazu in den Sinn kommt: Man mag es kaum glauben, aber es gibt tatsächlich größere Unterschiede in der Elektrik was die Warnblinkanlage betrifft.

Es gab ab Werk drei Ausführungen:

1.) kein Warnblinker
2.) mit Warnblinker
3.) Warnblinker mit AHK

1.) Hier gibt es einen eigenständigen Blinkgeber. Das ist bei meinem Der Fall, da Serie 0,5 und von Werk keine Warnblinkeinrichtung. Wenn man das nachrüsten will, übernimmt der Warnblinkschalter mit der Elektronik die Funktion des Blinkgebers. Der ursprüngliche wird außer Funktion gesetzt. (wie genau müsste ich noch mal nachlesen)

2.) Hier gibt es einen Leitungssatz, der vom Warnblinkschalter zum Hauptstecker am zentralen Kabelbaum geht und an den 6Poligen Warnblinkschalter geht.

3.) Wie 2.) aber: hier sind einige Leitungen am 6 Poligen Stecker zu vertauschen, wo es für die MB Werkstätten eine Anleitung für die Nachrüstung gab. Diese Anleitung sagt auch, dass der vorhandene Blinkgeber (aus 1.) angeschlossen bleibt. (vielleicht auch deshalb das vertauschen der Leitungen). Dazu kommt dann das Relai/ der Warnblinkschalter mit 8 Polen zum Einsatz, wobei an den zwei zusätzlichen die besagte Kontrollleuchte angeschlossen wird.

Es gibt also abhängig der Ausführung eine unterschiedliche Verkabelung was es zu beachten gilt.

Beste Grüße
André prost

Re: Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Thorsten Lange (IP-Adresse bekannt)
Datum: 08. Februar 2025 22:29

Hallo André,

Du schreibst:
> Es gab ab Werk drei Ausführungen:
>
> 1.) kein Warnblinker
> 2.) mit Warnblinker
> 3.) Warnblinker mit AHK

Du hast recht, das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, dass es auch eine Ausführung ohne Warnblinker gab: Ich habe nur Serie-2-Autos besessen und die haben Warnblinker, deswegen kann ich zur Ausführung ohen Warnblinker auch nichts fundiertes sagen.

Du schreibst dazu weiter:
> 1.) Hier gibt es einen eigenständigen Blinkgeber.
> Das ist bei meinem Der Fall, da Serie 0,5 und von
> Werk keine Warnblinkeinrichtung. Wenn man das
> nachrüsten will, übernimmt der Warnblinkschalter
> mit der Elektronik die Funktion des Blinkgebers.
> Der ursprüngliche wird außer Funktion gesetzt.
> (wie genau müsste ich noch mal nachlesen)

Das klingt für mich sehr einleuchtend.

Danach kann ich Dir aber nicht ganz folgen, wenn Du schreibst:
> 2.) Hier gibt es einen Leitungssatz, der vom
> Warnblinkschalter zum Hauptstecker am zentralen
> Kabelbaum geht und an den 6Poligen
> Warnblinkschalter geht.

Ich vermute, da hast Du Dich beim Schreiben etwas verheddert, das passiert mir auch gern, und es sollte eigentlich nur heißen:
> 2.) Hier gibt es einen Leitungssatz, der vom
> 6poligen Warnblinkschalter zum Hauptstecker am zentralen
> Kabelbaum geht.
Richtig?

Jetzt kommt aber der Teil, der mich richtig verwirrt:
> 3.) Wie 2.) aber: hier sind einige Leitungen am 6
> Poligen Stecker zu vertauschen, wo es für die MB
> Werkstätten eine Anleitung für die Nachrüstung
> gab. Diese Anleitung sagt auch, dass der
> vorhandene Blinkgeber (aus 1.) angeschlossen
> bleibt. (vielleicht auch deshalb das vertauschen
> der Leitungen). Dazu kommt dann das Relais/ der
> Warnblinkschalter mit 8 Polen zum Einsatz, wobei
> an den zwei zusätzlichen die besagte
> Kontrollleuchte angeschlossen wird.

3. War in Deiner Aufzählung oben der Fall mit Warnblinker und AHK, dann existiert aber der 8polige Stecker bereits und wir brauchen nichts ändern, weil die AHK ja bereits existiert und nicht nachgerüstet werden muss.

Ich habe nur 2. betrachtet, also den Fall Warnblinkanlage ohne AHK, AHK wird nachgerüstet. Dafür habe ich den 6poligen Stecker benutzt und zusätzlich einen zweipoligen für die zweite Blinkerkontrollleuchte installiert, beide Stecker, der sechspolige und der zweipolige werden dann auf das neue achtpolige Relais gesteckt, das es leider nur von Bosch gab. Leitungen vertauscht habe ich nicht und kann auch nicht wirklich nachvollziehen, warum das nötig sein sollte.

Für den Fall 1. weiß ich nicht, was dann geändert werden muss, damit habe ich mich nicht beschäftigt.

Du hast damit im Widerspruch zu meinen vorherigen Ausführungen natürlich recht, wenn Du sagst:
> Es gibt also abhängig der Ausführung eine
> unterschiedliche Verkabelung was es zu beachten
> gilt.

Ich hoffe, damit habe ich meinen Teil der Diskussion "geradegebogen"?

Viele Grüße und Danke für Deine Einwände
Thorsten

Re: Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Bruchpilot (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09. Februar 2025 21:29

Hallo Thorsten,

ja ich sehe da gibt es noch ein paar Unschärfen, danke für den Hinweis. prost

Thorsten Lange schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo André,
>
> Du schreibst:
> > Es gab ab Werk drei Ausführungen:
> >
> > 1.) kein Warnblinker
> > 2.) mit Warnblinker
> > 3.) Warnblinker mit AHK
>
> Du hast recht, das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, dass es auch eine > Ausführung ohne Warnblinker gab: Ich habe nur Serie-2-Autos besessen und die
> haben Warnblinker, deswegen kann ich zur Ausführung ohen Warnblinker auch
> nichts fundiertes sagen.
>
> Du schreibst dazu weiter:
> > 1.) Hier gibt es einen eigenständigen Blinkgeber.
> > Das ist bei meinem Der Fall, da Serie 0,5 und von
> > Werk keine Warnblinkeinrichtung. Wenn man das
> > nachrüsten will, übernimmt der Warnblinkschalter
> > mit der Elektronik die Funktion des Blinkgebers.
> > Der ursprüngliche wird außer Funktion gesetzt.
> > (wie genau müsste ich noch mal nachlesen)
>
> Das klingt für mich sehr einleuchtend.
>
> Danach kann ich Dir aber nicht ganz folgen, wenn
> Du schreibst:
> > 2.) Hier gibt es einen Leitungssatz, der vom
> > Warnblinkschalter zum Hauptstecker am zentralen
> > Kabelbaum geht und an den 6Poligen
> > Warnblinkschalter geht.
>
> Ich vermute, da hast Du Dich beim Schreiben etwas
> verheddert, das passiert mir auch gern, und es
> sollte eigentlich nur heißen:
> > 2.) Hier gibt es einen Leitungssatz, der vom
> > 6poligen Warnblinkschalter zum Hauptstecker am
> zentralen
> > Kabelbaum geht.
> Richtig?

Ja genau so hab ich das gemeint grins

> Jetzt kommt aber der Teil, der mich richtig
> verwirrt:
> > 3.) Wie 2.) aber: hier sind einige Leitungen am 6
> > Poligen Stecker zu vertauschen, wo es für die MB
> > Werkstätten eine Anleitung für die Nachrüstung
> > gab. Diese Anleitung sagt auch, dass der
> > vorhandene Blinkgeber (aus 1.) angeschlossen
> > bleibt. (vielleicht auch deshalb das vertauschen
> > der Leitungen). Dazu kommt dann das Relais/ der
> > Warnblinkschalter mit 8 Polen zum Einsatz, wobei
> > an den zwei zusätzlichen die besagte
> > Kontrollleuchte angeschlossen wird.

Ja, das scheint mir noch etwas komplizierter zu sein. Ich habe soeben nochmals in der Literatur nachgeschaut. Die original MB "Einbauanleitung für Sonderausstattung - Anhängevorrichtung" habe ich hier in zwei verschiedenen Ausführungen vorliegen:

- einmal eine frühe Version Gruppe 31-7 ("Nachtrag 24, Januar 1968", "Nachtrag 25, Mai 1968" und "Nachtrag 26, Juli 1968")

- und eine späte Version Gruppe 31.2 ("Nachtrag 13, Änderung Nov. 1975", "Nachtrag 2, Erweiterung Mai 1972" und "Nachtrag 17, Änderung März 1977")


In der späten Variante wird tatsächlich wie du beschreibst, nur der Tausch des Warnblinkrelais, 6 pol. gegen 8 pol. zusammen mit dem Einbau der grünen Zusatzkontrolleuchte im Armaturenbrett beschrieben. Dabei soll der 6 Polige Stecker an das neue Relais angeschlossen werden und an die zwei verbleibenden Kontakte kommt dann der Stecker für das Kontrolllicht. Damit scheint bei dir ja alles zu passen.

Anders sieht es in der frühen Anleitung aus. Denn hier wird explizit eben der "Zusatzleitungssatz für Warnblinkanlage" angesprochen. Hier heißt es:

Zitat: Einbauanleitung für Sonderausstattung - Anhängevorrichtung Gruppe 31-7:
"[...] Anm.: Ist das Fahrzeug mit der auf Sonderwunsch gültigen Warnblinkeinrichtung ausgerüstet, so muß beim nachträglichen Einbau einer Anhängevorrichtung folgendes beachtet werden:

Anstelle des im Gehäuse zwischen der Instrumententafel und dem Tunnel eingebauten kombinierten Warnblinkschalters mit Blinkgeber, beiliegenden Warnschalter (34b) für Warnblinkeinrichtung einbauen. Vor dem Aufstecken der 6fach-Kupplung des Zusatzleitungssatzes- auf den Warnschalter Kupplung öffnen, um die elektrischen Leitungen wiefolgt umzustecken (siehe Bild 31-7/8).

Braune Leitung (18) von Steckerbuchse 5 auf 1,

rot/blau/weiße Leitung (15) [...]

[...]

Außerdem die an der Sicherung 4 angeschlossene schwarz/rot/grüne Leitung (19) des Zusatzleitungssatzes abklemmen und in die nicht belegte Steckerbuchse 7 des 14fach-Steckers unter Verwendung des Steckerstiftes (39) einbauen. Die vom Hauptleitungssatz an der Sicherung 4 angeschlossene schwarz/rot/grüne Leitung zum Blinkgeber Klemme 49 verbleibt an der Sicherung 4.

Anschließend den 3x21-Watt-Blinkgeber (34a) an die vorhandene Bohrung in der Fußfeststellbremse mit der Sechskantblechschraube (40) und der Scheibe (41) anschrauben. Klebeband von abisolierter 4fach-Kupplung am Hauptleitungssatz für Blinkgeber entfernen.

[...]"


Ich denke der wesentliche Unterschied kommt daher, dass die ganz frühen Modelle die es auch ohne Warnblinkeinrichtung gab, einen eigenen Blinkgeber brauchten. Bei den späteren Modellen (oder vielleicht auch schon mit SA Warnblinkanlage??) übernimmt ja der Warnblinkschalter bzw. die Elektronik da drin die Funktion des Blinkgebers.

Wenn ich mir die Anleitung zur Nachrüstung einer Warnblinkeinrichtung ansehe, dann heißt es dort:

"Beim nachträglichen Einbau einer Warnblinkeinrichtung in die oben aufgeführten Typen wird durch den Einbau des Warnblinkschalters mit Blinkgeber der serienmäßig eingebaute Blinkgeber überflüssig."


Anmerkung: soweit logisch.

weiter:

"Ist am Fahrzeug eine Anhängevorrichtung angebaut, verbleibt der eingebaute 3x21-Watt-Blinkgeber im Fahrzeug.

[...]

Bei Fahrzeugen mit Anhängevorrichtung ist vor dem Aufstecken der Sechsfach-Kupplung des Zusatzleitungssatzes (6) auf den Schalter die Kupplung zu öffnen, um die elektrischen Leitungen, wie in Bild 82-4/3 angeordnet, umzustecken:

Braune Leitung (18) von Steckerbuchse 5 auf 1,

rot/blau/weiße Leitung (15) [...]"

usw....


Es ist also mal wieder etwas komplizierter wenn man die verschiedenen Serien und Ausgangslagen hinsichtlich Ausstattung berücksichtigt. Dafür aber wieder etwas gelernt Idee

Warum MB es damals so gemacht hat, dass es eine recht lange Liste gibt wie die Leitungen umzustecken sind, erschließt sich mir leider nicht 100%, später hat man das ja anders gelöst.
Als Elektrotechniker erschließt sich das vielleicht leichter/ schneller als mir. Ich hatte im Studium E-Technik nur ein kleines bisschen E-Technik.


> 3. War in Deiner Aufzählung oben der Fall mit
> Warnblinker und AHK, dann existiert aber der
> 8polige Stecker bereits und wir brauchen nichts
> ändern, weil die AHK ja bereits existiert und
> nicht nachgerüstet werden muss.

Der Vollständigkeit halber wäre es interessant ob es hier tatsächlich einen 8poligen Stecker gab, oder ob das ab Werk genauso gelöst wurde wie es bei der offiziellen Nachrüstung bei MB gemacht wurde? D.h. der Leitungssatz der zur 2ten Blinkkontrollleuchte ins Armaturenbrett geht wird mit seinem 2-Poligen Stecker hinter den 6poligen Stecker gesteckt.... Nix sehen

> Ich habe nur 2. betrachtet, also den Fall
> Warnblinkanlage ohne AHK, AHK wird nachgerüstet.
> Dafür habe ich den 6poligen Stecker benutzt und
> zusätzlich einen zweipoligen für die zweite
> Blinkerkontrollleuchte installiert, beide Stecker,
> der sechspolige und der zweipolige werden dann auf
> das neue achtpolige Relais gesteckt, das es leider
> nur von Bosch gab. Leitungen vertauscht habe ich
> nicht und kann auch nicht wirklich nachvollziehen,
> warum das nötig sein sollte.
>
> Für den Fall 1. weiß ich nicht, was dann geändert
> werden muss, damit habe ich mich nicht
> beschäftigt.
>
> Du hast damit im Widerspruch zu meinen vorherigen
> Ausführungen natürlich recht, wenn Du sagst:
> > Es gibt also abhängig der Ausführung eine
> > unterschiedliche Verkabelung was es zu beachten
> > gilt.
>
> Ich hoffe, damit habe ich meinen Teil der
> Diskussion "geradegebogen"?
>
> Viele Grüße und Danke für Deine Einwände
> Thorsten

War ein interessanter Ausflug in die Archäologie des /8. prost

Beste Grüße
André

Re: Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Thorsten Lange (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11. Februar 2025 23:21

Hallo Andrè,

jetzt haben wir im Pingpongspiel die Sache besser hinbekommen, als jeder von uns allein, das nenne ich Teamwork!

Ich stelle mir vor, dass der Serie-1-Blinker ohne Warnblinker elektronisch (oder gar nur elektrisch) herkömmlichen Blinkerrelais ähnelt, vielleicht nur mit den typisch runden Mercedeskontakten.

Den weiteren Ausführungen kann ich auch als studierter Elektrotechniker nicht so recht folgen, zumal ohne Schaltplan. Aber das ist dann auch nicht schlimm (für mich), denn das betrifft dann eh nur Serie 1 und da bin ich sowieso nicht firm.

Ich habe zwar oben ohne viel Überlegung von einem achtpoligen Stecker gesprochen, aber ich habe noch nie einen gesehen oder von einem gehört -- was allerdings auch daran liegen könnte, dass originale Anhängerkupplungen echt selten zu sein scheinen. Ich kenne also nur die Kombination von sechs- und zweipoligem Stecker auf achtpoligem Relais.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich es dank dieses Forums hinbekommen habe, die Sache ziemlich originalgetreu hinzubekommen. Ziemlich, denn ich muss gestehen, dass zwei Sachen auch bei mir nicht passen: Zum einen kenne ich die originalen Kabelfarben der AHK-Verdrahtung weder im Kofferraum noch am Blinker und es wäre mir auch zu aufwendig gewesen, die zu besorgen. Zum anderen vermute ich, dass der AHK-Kabelbaum im Kofferraum unter ähnlichen schwarzen Plastikabdeckungen liegen soll wie der restliche Kabelbaum. Aber selbst wenn ich die fände, weiß ich nicht, ob ich dafür meinen Kofferraumboden weiter perforieren möchte.

Dir jedenfalls vielen Dank für die fruchtbare Diskussion!
Thorsten

Re: Anhängerkupplung am Strichacht, speziell auch die Blinkerei
geschrieben von: Bruchpilot (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13. Februar 2025 00:46

Ja, sowas ist immer gewinnbringend. Hab dabei selber wieder etwas gelernt.

Danke dir für's Anregen des Themas. Zwei Hirne schaffen halt doch mehr als nur eines.
prost
Beste Grüße
André



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